Marlies Wank - Signum

fuer Genuss - gegen Sucht

 

(c) Marlies Wank

Nichts deutete in meinem Leben darauf hin, dass ich einmal mit einer Krankheit zu kämpfen hätte, die auch heute noch in unserer Gesellschaft auf Unsicherheit, Ablehnung und Verachtung stößt.
Ich war jetzt achtunddreißig Jahre alt, hatte noch keinen Führerschein und wollte diesen nun unbedingt erwerben. Vor jeder Fahrstunde war ich so angespannt, dass ich vorher immer einen kleinen „Schluck“ zur Entspannung brauchte.
Ich habe mich gewundert, dass mein Fahrlehrer nie etwas davon gemerkt hat.

Inzwischen war ich Anfang Vierzig und hatte mein Leben aus den Augen verloren. „Ist das alles, was du vom Leben wolltest?“, fragte ich mich häufig und wurde immer unzufriedener und unglücklicher.

Das einzige, was meine Stimmung dann kurzfristig aufhellte, war der Alkohol - „mein Freund und Helfer“.
Doch durch den wiederholten Genuss wurde meine Abhängigkeit zu ihm immer stärker, denn er sorgte ja dafür, dass es mir durch ihn einigermaßen gut ging.
 Aber gleichzeitig fühlte ich mich körperlich und seelisch immer schlechter.

 

(c) Marlies Wank

Ich nahm mir vor, mich zu Hause endgültig vom Alkohol zu trennen. So konnte es schließlich nicht mehr weiter gehen. Da sagte meine innere Stimme: „Warum erst zu Hause, tue es doch gleich!“
Doch bei diesem Gedanken geriet ich in totale Panik. Wieder zu Hause, wollte ich den Entschluss, den ich im Urlaub ernsthaft gefasst hatte, auch in die Tat umsetzen, und setzte mich mit meinem Mann zusammen.

Wir entwickelten eine Strategie für einen Weg aus meiner Sucht!
Zusammen mit meinem Mann wollte ich ab jetzt versuchen, den Alkohol wieder „kontrolliert“ zu genießen. Ich glaubte tatsächlich, weil ich nun offen über meine Abhängigkeit gesprochen hatte, würde es mir gelingen, zu einem normalen Alkoholgenuss zurückzukehren.
Doch „kontrolliertes Trinken gelingt einem Abhängigen leider nicht mehr!“
Aber ich war damals fest davon überzeugt, dass es bei mir funktionieren würde. Ich schrieb auf, wann und wie viel ich am Tage trinken musste, um mich entspannt und ruhig zu fühlen.

Das besprach ich dann Abends mit meinem Mann, denn ich wollte weder ihn noch mich belügen!
 


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(c) Marlies Wank